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Ammonios Sakkas, Zenon, Numenios und Hierokles
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Am rechten Bogenende der breiten Aula steht würdevoll, in einen roten Mantel gehüllt, die geheimnisvolle Gestalt des AMMONlOS SAKKAS. Sein Name ist mit dem Beginn des eigentlichen Neuplatonismus aufs engste verbunden. In der Geschichte gilt seine sagenhafte Persönlichkeit als Begründer der alexandrinischen Schule. Für manche ist er ein Wundermann oder Gottesgelehrter, für andere bloß ein Schatten. Von seiner monumentalen Gestalt führt eine symbolische Verbindung zu den am äußersten Bogenrand stehenden drei Männem.

Die greisenhafte Gestalt, mit dem Stock in der rechten Hand, stellt diese Beziehung her, es ist ZENON von Kition, der Begründer der stoischen Schule in Athen. Er entwickelte den ethischen Grundgedanken, der über viele Jahre bis zum Neuplatonismus und darüber hinaus ins Mittelalter befruchtend wirkte. Neben ihm, nur mit dem Kopf sichtbar, steht NUMENlOS von Apamea. Er gilt als der Vorläufer des Neuplatonismus in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts. Neben ihm steht HIEROKLES der Begründer des athenischen Neuplatonismus, anfangs des fünften Jahrhunderts. Sein Bestreben war, einen Ausgleich zwischen der Philosophie von Aristoteles und Platon herzustellen, dies gab dem Neuplatonismus in Athen eine neue  wissenschaftliche Richtung.

AMMONlOS SAKKAS lebte etwa von 175-240 n.Chr. in Alexandria. Er war der erste Begründer des Neuplatonismus und lehrte um das Jahr 200 n.Chr. in stiller Abgeschiedenheit vor einem kleinen Kreis besonders ausgewählter Schüler. Er selbst hat nichts geschrieben, da er seine Gedanken nicht profanieren wollte. Auch seine unmittelbaren Schüler verabredeten sich, nichts von den Lehren des Ammonios an die Öffentlichkeit zu bringen. Die wesentlichen Punkte, welche die Grundlagen des Neuplatonismus enthalten, wurden später durch die Biographie und Lehre Plotins, durch seinen Schüler Porphyrios veröffentlicht.Die Gedanken Ammonios sollten geheim bleiben was mit der platonischen Philosophie unvereinbar war, denn eine geheime Überlieferung gibt es nicht, außer in Mysterien - Religionen und bei den Pythagoreern, was Pythagoras sagte war ja Offenbarung. Daher konnte Ammonios zu seinen Schülern nur in diesem Sinne gesprochen haben, denn die von ihm mitgeteilte Lehre war als eine Offenbarung nur für wenige Schüler bestimmt.

Die Geheimhaltung seiner Lehre, die es in keiner Philosophenschule gab, weist daraufhin, daß Ammonios alle Züge eines pythagoreischen Philosophen und Wundermannes trug. Er war kein Schulphilosoph, kein Lehrer, der einen großen Zuhörerkreis um sich sammelte. Im Mittelpunkt seiner Bestrebungen stand ein ganz bestimmter Gedanke. Dieser tragende Gedanke war das mystische Verständnis aller Philosophie, die pythagoreisierende Umdeutung des Platonismus zur offenbarten Religion. Wer diese Idee nicht anerkannte, konnte nicht als Schüler aufgenommen werden.

Ammonios war in seiner ganzen Haltung Pythagoreer, er hat die religiöse Verehrung, die man bisher dem Pythagoras zollte, auf Platon übertragen. Von diesem Gedanken rührt jene Vermischung pythagoreischer und platonischer Elemente her, die in vielen späteren Schriften erschienen. Zwischen diesen beiden Systemen spannten sich schon immer viele Fäden. Das Neue und Wesentliche bei ihm war, die Offenbarung wie sie Orpheus, Pythagoras und Platon zuteil geworden war, kann nachvollzogen werden, die Offenbarung liegt nicht allein in der Vergangenheit, sondem wer in der Philosophie vollkommen ist, kann ihrer teilhaftig werden - in der Ekstase. Zu diesem Gipfelpunkt führt die geistig-seelische Vorbereitung nur in Verbindung mit den asketischen Reinheitsvorschriften, dadurch wird die ständige Parallele zwischen Lebensführung und Philosophie sinnvoll.

Mit Ammonios Namen wird jener Punkt bezeichnet, von dem die Entwicklung der platonischen Philosophie zum Neuplatonismus übergeht. Mit ihm hört der Platonismus auf in erster Linie Wissenschaft zu sein, an diesem Wendepunkt beginnt die griechische Philosophie sich mit dem orientalischen Wissen zu vereinen. Nicht mehr die Vernunfterkenntnis bildet die Krone des Strebens, sondern die göttliche Offenbarung als höchste Erkenntnisquelle die Erleuchtung des einzelnen als unmittelbare Offenbarung in der Ekstase, d.h. Meditation.

Ammmonios war ein Angehöriger des indischen Herrscherstammes der SAKER. Zu dieser Familie gehörte einst auch König Asoka, der Schutzherr des Buddhismus. Durch ihn verbreitete sich diese Lehre bis Ägypten; berühmt sind seine diesbezüglichen Felsenedikte. AMMONIOS DER SAKER, müßte es richtig heißen, war vermutlich ein buddhistischer Mönch.

AMMONIOS inkarnierte wieder in Deutschland als ROBERT REINICK 1805 - 1852. Er war Maler und Dichter, durch seine Jugendschriften, Lieder und Gedichte wurde er überall bekannt. In seinem vielseitigen Schaffen leistete er zu seiner Zeit einen wesentlichen kulturellen Beitrag.