Aristarch und Seleukos

ARISTARCH von Samos lebte von 310-230 v.Chr. Seine Lehren liefern in der Antike den klarstmöglichen Beweis für eine moderne heliozentrische Weltansicht: die Erde dreht sich um die eigene Achse, wobei sie gleichzeitig um die Sonne kreist.

Von seinem Werk, das die Hauptideen enthält, blieb nur ein Buch erhalten: "Von der Größe und den Entfernungen der Sonne und des Mondes". Das Buch beginnt mit einer Anzahl von Feststellungen, sogenannten "Hypothesen", deren Voraussetzungen zu dem Schluß führten, daß das Universum viel größer ist als das bisher bekannte. Er stellte fest, daß der Mond sein Licht von der Sonne empfängt und die Erde sich im Mittelpunkt der Sphäre des Mondes befindet. Seine Ideen basieren auf der Tatsache, daß Erde, Sonne und Mond im Raum ein Dreieck bilden. Wenn uns der Mond halbiert erscheint, steht er im rechten Winkel. Wie die kreisende Bewegung der Atome, läßt Aristarch die Erde um die Sonne laufen. Er berechnet die Rotation der Erde und ihren Umlauf um die Sonne ebenso wissenschaftlich wie die modernen Astronomen. Die griechischen Gelehrten waren mehr Mathematiker als Astronomen, die Himmelskörper waren lediglich die Objekte ihrer geometrischen Berechnungen. Er hat das hypothetische "Zentralfeuer" durch die Sonne ersetzt und das heliozentrische System durch seinen mathematischen Beweis klar begründet.

Welche Kraft notwendig war um diese geniale Idee durchzusetzen hat die Zukunft gezeigt. Die Schriften des Nikolaus Kopernikus (1473 -1543) kamen auf den Index, Giordano Bruno (1548 - 1600) büßte seine Vorstellung mit dem Leben und Galileo Galilei (1564 - 1642) verlor seine Freiheit. Erst im Jahre 1822 wurde das heliozentrische System von der römischen Kirche anerkannt.

Das astronomische Weltbild des Mittelalters beruhte auf der Annahme, daß die Erde unbeweglich und der Mittelpunkt des Universums sei, um den sich der ganze Himmel im Kreise bewege. Das Zeitalter der Geistestyrannei war angebrochen, die Herrschaft der blinden Vernunft - da nützten keine empirischen. Beweise. Sowie der Weltvorstellung, erging es auch der Gottesvorstellung, dogmatisch wurde sie festgelegt. Erst Kant konnte diese Theorien stürzen!

ARISTARCH inkarnierte wieder in Deutschland als MARTIN HEIDEGGER  (1889 - 1976). Heidegger, deutscher Philosoph und geheimer KÖNIG des Denkens, belastet von allen Hypotheken der jüngeren deutschen Geschichte, erhob seine Stimme fur eine neue Metaphysik. In seiner Existenzanalyse zur Seinsfrage untersuchte er die Grundstrukturen des menschlichen Da-Seins.

Nach seiner Anschauung fehlt der Philosophie unseres Jahrhunderts die Grundrichtung. Geschichts- und Lebensphilosophie sind im Abklingen, der Mensch lebt heute in der  "Seinsvergessenheit". - "Wo die Dinge so schnell altern, da muß es an Boden fehlen", die Bodenlosigkeit der Existenz ist zur Zeit spürbarer denn je. Das Bewußtsein des Zeitalters löst sich von jedem Sein und beschäftigt sich mit sich selbst. Die ausgelösten Entwicklungen der aufgeklärten Welt machen sich selbständig, anstelle des Kalküls tritt das Irrationale. Statt an der "Lichtung" des Seins, findet sich der Mensch im Urwald der Triebe. Fernstenliebe muß für geschuldete Nächstenliebe herhalten. Heidegger war ein Vordenker des Kommenden, er hat mit der Laterne des Philosophen der Geistesgeschichte unserem Jahrhundert vorausgeleuchtet.

SELEUKOS "der Babylonier" stammte aus dem persischen Seleukia am Tigris, er lebte um 150 v.Chr. in Alexandria. Seleukos entwickelte eine Theorie der Gezeiten und versuchte vor allem das heliozentrische Weltsystem des Aristarch wieder zu beleben, er scheiterte jedoch an der "Exzentrizitätstheorie" des Hipparch, der weder die auf einfachen Kreisbewegungen beruhende heliozentrische, noch die geozentrische Theorie mit seinen Beobachtungen vereinbaren konnte.

Durch das Eingreifen Roms im östlichen Mittelmeer, als Folge des zweiten punischen Krieges, wurde das heliozentrische Weltsystem für die herrschende Kultur seelisch belanglos. Hipparch kam zu dem Schluß, daß die geozentrische Ansicht die Daten besser erklärt als die Hypothese von Aristarch. Der Glaube an die feste Erde unter den Füßen als Mittelpunkt des Universums war noch viel zu stark unter den Gelehrten verbreitet, er beherrschte die astronomische Wissenschaft bis zum sechzehnten Jahrhundert.

SELEUKOS inkarnierte wieder in Italien als GIOVANNI GENTILE (1875 - 1944). Gentiles "Aktueller Idealismus" war geprägt von den geistigen Ideen des spekulativen Idealismus Hegels. Dieser beeinflußte mit seiner Philosophie im neunzehnten Jahrhundert nachhaltig das europäische Geistesleben.