Euklid und Francesco Maria della Rovere

EUKLID - lebte um das Jahr 300 v.Chr.  in Alexandria. In seinem berühmten Werk der "ELEMENTE" vereinte er das gesamte mathematische Grundlagenwissen der Griechen zur logischen Form. Mit einfachen Definitionen brachte er Postulate oder notwendige Annahmen, allgemeine Grundsätze, dazu beschränkte er sich auf Figuren und Beweise die keine Instrumente brauchten, außer Lineal und Zirkel. Seine Methode der stufenweisen Beweisführung waren Lehrsatz, Erläuterung mittels Zeichnung, Beweis und Schluß. Dieses Beweisverfahren ist bis in die Neuzeit richtungsweisend geblieben.

Sein Gesamtwerk war eine mathematische Architektur. Er bezeichnete eine Linie als "Länge ohne Breite" und spricht vom Dreieck von der Grenzfläche eines Körpers, niemals als ein System dreier sich schneidender Geraden. Die gesamte antike Mathematik ist im Grunde Stereometrie, d.h . Körpermessung. Dies kommt in seinem berühmten Parallelenaxiom klar zum Ausdruck:

"Durch einen Punkt ist zu einer Geraden nur eine Parallele möglich", es ist der einzige Lehrsatz der unbewiesen blieb. Gerade dieser Umstand machte ihn zum Dogma gegenüber aller Erfahrung und damit zum metaphysischen Mittelpunkt seines geometrischen Systems. Alles andere, Axiome und Postulate sind nur Vorbereitung oder Folge. Dieser einzige Satz ist als richtungsweisendes Symbol für den griechischen Geist allgemeingültig.

Euklid lernte seine Geometrie noch in den Mysterienschulen, daher findet sich in der Körperlichkeit der Antike im Sinne des Ausgedehnten, noch etwas Kultisches. Jede Kultur hat ihren bestimmten Grad von Esoterik oder Popularität, die ihren Leistungen innewohnt, soweit sie symbolische Bedeutung haben. Das Gemeinverständliche hebt den Unterschied zwischen den Menschen hinsichtlich ihrer seelischen Tiefe auf. Alles antike ist mit einem Blick zu umfassen. Die Parthenonskulpturen waren jedem Griechen verständlich. Alles sinnlich Nahe ist allgemeinverständlich, aus diesem Grunde wurde die griechische Kultur vor allen anderen am meisten populär.

EUKLID inkarnierte wieder als EPIKTET im Jahre 50 -138 n.Chr. Von Griechenland kam er als Sklave nach Rom, wo er seines hohen Wissens wegen von seinem Herrn freigelassen wurde. In Nikopolis lehrte er Philosophie, seine Gedanken wurden, zum Gipfelpunkt der stoischen Ethik, die in der Sittlichkeit und Religiosität ihren höchsten Ausdruck fand. Dadurch bildete sich ein modemes System der Welt- und Lebensanschauung.

12Raffael hat zwischen Euklid und Parmenides einen Zeitgenossen abgebildet. Es ist der jugendliche Herzog von Urbino FRANCESCO MARIA DELLA ROVERE, ein Adoptivsohn von Guidobaldo Fürst von Urbino.

Er übernahm 1508 nach dessen Tod das Fürstentum. Da er ein Neffe des Papstes Julius II. war, und Raffael in seiner Gunst stand, ist anzunehmen, daß er ihn für die Arbeiten im Vatikan empfohlen hatte. Noch im gleichen Jahr berief Julius II. Raffael nach Rom und betraute ihn mit der Ausgestaltung seiner Privaträume.

Der Hof von Urbino war in Italien ein kulturelles Vorbild, seine Fürsten gehörten zu den Verfechtem des humanistischen Gedankens. Sie waren Förderer der Kunst, Treffpunkt der vornehmen Gesellschaft und besaßen eine der größten Bibliotheken. Das Fürstentum Urbino erlebte, wie so viele andere Staaten in Italien, ein wechselvolles Schicksal. Unter dem Schutz Alexanders VI. versuchte die Familie Borgia ihre Pläne mit allen Mitteln durchzuführen. Cesare Borgia unternahm die Gründung einer mittelitalienischen Herrschaft für sich selbst. Als Führer der päpstlichen Truppen unternahm er, unter dem Vorwand für die Interessen der Kirche zu kämpfen, Überfalle auf Städte und Füstentümer. Urbino sollte den Kern seines Reiches bilden. Vielleicht wäre dieser Plan gelungen, hätte nicht der Tod des Papstes alles zunichte gemacht. Cesare wurde wieder aus Urbino vertrieben, doch ließ er vorher die umfangreiche Bibliothek und wertvolle Kunstgegenstände nach Rom schaffen.

Nach verschiedenen Unstimmigkeiten zwischen Papst und Fürstentum, besetzten im Jahre 1516 päpstliche Truppen Urbino. Francesco wurde für abgesetzt erklärt und der Neffe von Papst Leo X., Lorenzo de Medici trat an seine Stelle. Ein Jahr später kam es in Urbino zu einem Aufstand. Francesco della Rovere stellte eine Armee auf und eroberte sein Herzogtum zurück. Doch nach vielen Monaten Krieg mit dem Papst kam im Herbst 1517 Urbino in den Besitz der Kirche.

FRANCESCO MARIA DELLA ROVERE inkamierte wieder in Italien, er wurde der Papst INNOZENZ XI. (1676 -1689), der nach Jahrzehnten nepotischer Mißwirtschaft die vatikanischen Finanzen wieder in Ordnung brachte.

Dem es vor allem gelang, eine Allianz zwischen dem Polenkönig Johann Sobieski und dem Kaiser Leopold I. herzustellen und damit entscheidend zum großen Sieg im Jahre 1683 über die von den Franzosen aufgestachelten Türken beizutragen. Papst lnnozenz Xl. war ein mutiger Vorkämpfer gegen den Absolutismus des französischen Königs Ludwig XIV.